Zwei Reisen in einem Monat

Привет,

Jetzt habe ich mich schon länger nicht mehr gemeldet, was daran liegt, dass ich im Mai recht viel unterwegs war.

Gleich am Anfang des Monats haben Pia und ich uns freigenommen und zu 9. sind wir auf Reisen gegangen. Unser grober Plan war, im westlichen Teil des Landes bis nach Osch zu fahren. Ausgestattet mit Wanderausrüstung und Zelt ging es dann von Bischkek aus los.

Unser erstes Ziel war der See „Sary Chelek“, zu dem wir mit Umweg fast 12 Stunden gefahren sind. Der Weg war unglaublich schön, lange entlang des Naryns und vorbei an dem Toktogul-Stausee. Teilweise war der Weg ziemlich steil und kurvig und wir haben immer wieder verunglückte Lastwagen am Straßenrand gesehen. Ich war dann recht froh, nachts heil in Arkit, einem kleinen Dorf in der Nähe des Sary-Cheleks anzukommen. Dort haben wir die erste Nacht in einem Gasthaus übernachtet und sind dann am nächsten Tag zu dem See gelaufen. Nach einer Nacht am Sary-Chelek sind wir wieder zurück nach Arkit gelaufen.

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Ein Großteil von uns mit dem Sary Chelek im Hintergrund. Nur das Wetter war nicht so optimal.

Das nächste Ziel war Arslanbob. Dort sind wir mit einer Marschrutka hingefahren, die sich nur für uns über die teilweise nicht geteerten Wege gewagt hat. Die Stadt liegt inmitten des größten natürlichen Walnusswaldes der Welt. Der Bevölkerung besteht dort zu 80 % aus Usbeken, was man, wie ich fand, der Stadt auch angemerkt hat, denn es sah anders aus, als in den anderen Orten, die ich bisher von Kirgistan gesehen habe. Die Häuser sind anders gebaut, die Leute sind anders gekleidet und vor allem ist dort so viel Wald, was in den anderen Teilen Kirgistans nicht so oft zu sehen ist.

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Hier haben wir eine Nacht gezeltet. Von dort hatte man Ausblick über Arslanbob, die Walnusswälder und einen 80 m hohen Wasserfall.

Weil Arslanbob so schön ist, sind wir dort drei Tage geblieben, sind viel gewandert und als wir nicht Zelten waren, haben wir bei einer usbekischen Familie übernachtet.

Von Arslanbob aus sind wir nach Dschalalabat gefahren. Auf dem Weg dort hin haben wir zufälligerweise zwei Bekannte getroffen, bei denen wir dann netterweise übernachten konnten. Zwar gibt es dort wenig nennenswerte Sehenswürdigkeiten, doch die Stadt hat mir trotzdem gefallen. Nach dem sonst eher vielen Laufen haben wir dort einen gemütlichen Abend verbracht.

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Die drei Mausoleen aus dem 11. und 12. Jhdt.

Am nächsten Tag sind wir dann weiter über Ösgön nach Osch gefahren. In Ösgön haben wir die berühmten Mausoleen und das Minarett besichtigt. Den Rest des Tages haben wir genutzt, um uns Osch ein bisschen anzuschauen. Wir sind über den großen Basar geschlendert und waren auf dem Sulajman Too, einem Felsen, der sich mitten in der Stadt befindet und von dem aus man über alle Dächer hinweg sehen kann.

Für den letzten Tag wollten wir noch etwas unternehmen und so haben wir uns kurzfristig entschlossen, in das Chil-Ustun Höhlensystem, das sich in der Nähe von Osch befindet, zu gehen. Also sind Pia, Franz und ich ca. eine halbe Stunde (entlang der usbekischen Grenze) gefahren und haben uns mit einem Guide getroffen. Um zu den Höhlen zu kommen, mussten wir zuerst ein Stück wandern und später auch angeseilt (was mir aber ehrlich gesagt nur mehr oder weniger stabil vorkam) die steilen Felswände hochklettern. Das Höhlensystem besteht aus drei Höhlen, die jeweils durch sehr enge Gänge verbunden sind. Als wir in der dritten Höhle angekommen sind, war mir sofort klar, dass sich der nicht so leichte Weg dorthin total gelohnt hat: riesige Skulpturen aus Stalagmiten und Stalaktiten in einer unglaublich großen Höhle. 

Ich kann sagen, dass ich diesen Ausflug nicht so schnell wieder vergessen werde und er ein perfekter Abschluss für die Reise war. Als wir wieder unten am Berg angekommen sind, hat uns eine Frau einfach so ein sehr leckeres Brot und Kekse geschenkt. Das hat uns wirklich gefreut.

Während unsere Reisegefährten nach Bischkek zurückgeflogen sind, haben Pia und ich den Landweg gewählt und sind mit dem Sammeltaxi über die Pässe und durch die wunderschöne Landschaft zurückgefahren. Immer wieder war die ganze Straße durch Schafe, Kühe oder Pferde belegt, so dass wir mitten durch die Herde fahren mussten. Die Tiere wurden wohl gerade für den Sommer in die Berge getrieben.

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Unsere Reiseroute. B:Sary Chelek, C:Arslanbob, D:Dschalalabad, E: Ösgön, F:Osch

Nach diesem Urlaub habe ich eine Woche gearbeitet, bevor es schon wieder in meinen zweiten Urlaub ging. Ich habe nämlich Besuch von zu Hause bekommen. :) Nachdem ich am ersten Tag meiner Mama und meiner Schwester Bischkek gezeigt habe, sind wir für knapp fünf Tage an den Issyk-Kul gefahren. In dieser Zeit sind wir einmal um den See gefahren und ich war ziemlich begeistert von der Umgebung: der riesige See, der Teilweise auch ein Meer hätte sein können und dahinter die wunderschönen Berge, in allen möglichen Formationen.

Zum Abschluss dieser Reise haben wir uns mit Pia und ihrem Freund Patrick in Bokonbaeva getroffen, um dort zusammen eine Reittour zu machen. Mit den Pferden ging es auf ca. 3000 m, von wo man einen Großteil des Issyk-Kuls sehen konnte. Der Weg war teilweise so steil, dass ich großes Mitleid mit den Pferden hatte und mir nicht immer so sicher war, ob wir auch heil ankommen werden. Aber die Vierbeiner haben es gut gemeistert. Es war auf jeden Fall ein unglaublicher Ausflug!

Die letzten zwei Tage waren wir im Sozialdorf. Von dort aus sind wir auch in die Berge gefahren, was extra für unseren Besuch organisiert wurde.

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Unser Besuch wurde sehr herzlich Willkommen geheißen.

Nun habe ich schon wieder über 2 Wochen gearbeitet und ich habe nur noch weitere 1 1/2 Monate vor mir. Es war viel los in der letzten Zeit, z.B. waren wir im Zirkus und auf einem Fest anlässlich des Kindertages in Bischkek, Pia und ich sind in das andere Haus umgezogen, wir haben Eis gemacht, viel gebastelt, die Sommerküche wurde hergerichtet und wir Essen jetzt draußen…

Außerdem ist der Sommer hier komplett angekommen. Letzte Woche hatten wir jeden Tag zwischen 33° – 37° C und überall wird das leckerste Obst und Gemüse verkauft. Vor allem Erdbeeren und Kirschen werden zur Zeit in Unmengen am Straßenrand angeboten. Seit diesem Wochenende auch Aprikosen, Wassermelonen etc.

An den Wochenenden haben wir es eher gemütlich angehen lassen, haben das leckere Bischkek-Essen genossen und nur kleinere Sachen unternommen, wie zum Friseur zu gehen. :)

Auch in nächster Zeit stehen einige Dinge im Sozialdorf an und ich bin schon sehr gespannt darauf. Das Wetter soll dafür nicht mehr wirklich abkühlen, sondern im Hochsommer noch heißer werden. Wie das auszuhalten ist, weiß ich noch nicht so genau.

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