Sommer

Hallo!

Ursprünglich wollte ich diesen Blogeintrag schon vor über einer Woche veröffentlichen, aber da mir das Internet ein Strich durch die Rechnung gemacht hat, gibt es den Eintrag erst jetzt. Die letzte Woche waren wir am Issyk-Köl mit allen Bewohnern, aber darüber werde ich im nächsten Blogbeitrag etwas schreiben.

Dieses Jahr wird das Sozialdorf 12 Jahre alt, was natürlich gefeiert wurde. Zu dem Fest wurden Freunde und Sponsoren eingeladen und es gab ein leckeres Festessen. Schon am Vortag wurde fleißig gebacken, aufgeräumt und alle haben sich schön gemacht. An der Feier selbst, haben die Bewohner Tänze und Lieder gesungen und anschließend gab es eine Slideshow über die bisherige Zeit des Sozialdorfes. Es wurde nochmal bewusst, wie viel in so einer relativ kurzen Zeit aufgebaut und geschaffen wurde. Sehr beeindruckend, meiner Meinung nach.

Anfang Juli hatten Pia und ich ein verlängertes Wochenende und so nutzten wir die Zeit, um an den See Song-Köl zu fahren. Der Song-Köl liegt auf 3016 m. und währen der Sommermonate bauen einige Kirgisen ihre Jurten rund um den See auf, um dort samt Kühen, Schafen oder Pferden zu leben.

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Auf dem Weg an den Song-Köl

Wir sind also bis nach Kotschkor, einem Dorf, 2 1/2 std entfernt, gefahren und von dort aus wurden wir über einen sehr schönen Pass und abenteuerliche Wege an den Song-Köl gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Yak-Herde gesehen, die schnell von der Straße geflüchtet ist, als wir mit dem Auto ankamen. Ansonsten war schon auf dem Weg die bunte Blumenvielfalt zu sehen, die auch am See sehr auffallend war. Am Song-Köl haben wir drei Nächte in zwei verschiedenen Jurten übernachtet. Gleich am ersten Abend wurden wir mit leckerem Fisch, der aus dem Song-Köl geangelt wurde, verwöhnt und auch sonst wurde uns sehr leckeres, kirgisisches Essen gekocht. Nur am letzten Abend haben Pia und ich uns schwer getan, das größtenteils aus Hammelfleisch- und Fett bestehende Gericht zu essen (vor allem da wir beide das Fleisch essen nicht so gewöhnt sind). Zu jedem Essen gab es neben Tee meist Kymys, das aus gegorener Stutenmilch gewonnene Nationalgetränk Kirgistans. Anfangs war ich nicht so begeistert von dem recht kräftig schmeckenden Getränk, aber mittlerweile finde ich es eigentlich ganz lecker.

Am Song-Köl sind wir ab und zu spazieren gegangen und ein Vormittag waren wir reiten, was viel Spaß gemacht hat. Ansonsten haben wir in der Jurte entspannt, weil das Wetter sehr unbeständig war und wir zweimal in ein Gewitter und Hagel gekommen sind. Das erste Mal in Kirgistan war mir für kurze Zeit etwas langweilig, was aber auch mal nicht schlecht war.

Nach diesem Kurzurlaub ging es wieder nach Murake und da die ersten Tage im Mai Remont angesagt war, kamen wir in ein blitz-blank  geputzes Sozialdorf zurück. Die Bewohner haben den gesamten Juli Urlaub von der Arbeit in der Filswerkstatt, und so hat sich auch unsere Arbeit ein wenig verändert. Es ist schön, ein bisschen mehr Zeit mit allen Bewohnern zu verbringen. In den letzten zwei Wochen haben wir u.a. die Kräuterschnecke fertiggestellt (endlich!), den Baum, der im Flur an die Wand gezeichnet ist, nochmal übermalt, damit er wieder frischer aussieht, und die Bilder die dort hingen, erneuert. Ansonsten haben wir viel Ball gespielt, gemalt, Deutschunterricht gemacht, waren spazieren oder haben andere Spiele gespielt.

 

Zur Zeit wird die Homepage des Sozialdorfes neu gestaltet, wofür Pia und ich Porträts über einige der Bewohner geschrieben haben, in denen sie vorgestellt werden. Es war gar nicht mal so einfach, eine ganze Persönlichkeit in nur wenigen Sätzen zu beschreiben. Wer Interesse hat, kann sie hier finden:

http://www.sozialdorf.org

Am 5. Juli war ein muslimischer Feiertag in Kirgistan, an dem die Leute bei Freunden, Bekannten und Nachbarn zum Trinken und Essen eingeladen wurden. Zusammen mit einigen Bewohnern bin ich insgesamt bei drei Nachbarn gewesen und jedes mal wurden wir zu einem, wie es für Kirgistan typisch ist, sehr vollen Tisch eingeladen. Dieser Feiertag hat mir gut gefallen, auch wenn es mal wieder viel zu viel zu Essen gab, vor allem weil Pia und ich am Abend noch Pizza gebacken haben.

Nun bin ich in Kirgistan nur noch für eine Woche und ich kann es gar nicht glauben, dass das halbe Jahr nun schon vorbei ist. Ich werde die letzten Tage hier noch genießen und bin aber gleichzeitig jetzt schon traurig allen Leuten und Kirgistan Tschüss zu sagen.

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