Issyk-Köl und Abschied

Seit fast zwei Monaten bin ich nun wieder in Deutschland. In dieser Zeit war ich auf dem Rückkehrerseminar, bin umgezogen… usw. Aber am besten schreibe ich erst einmal über die letzten zwei Wochen in Kirgistan.

Jedes Jahr gehen die Bewohner des Sozialdorfes für ein paar Tage an den Issyk-Köl um dort Urlaub zu machen. Dieses Jahr natürlich auch, wenn auch nicht so lange wie sonst und an einen anderen Ort. Alle Bewohner sind mitgekommen, plus die Mutter einer Bewohnerin, zwei Arbeiterinnen und drei Kinder. Mit zwei richtig voll bepackten Autos sind wir also losgefahren, mussten wegen rauchendem Motor immer mal wieder anhalten, sind aber gut angekommen.

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Ab und zu wurde auch draußen gekocht (vor allem als Stromausfall war).

Das Gelände, auf dem neben einigen anderen Ferienhäusern auch unser Haus stand, hatte viele Aprikosen- und Mirabellenbäume und auch die Umgebung war wirklich schön. Außerdem ist es am See nicht so heiß wie in Murake oder Bishkek. Als wir ankamen, war der ganze Boden sogar weiß, weil es kurz vorher mehrere Zentimeter hoch gehagelt hat. Das Haus war dafür weniger gut ausgestattet, mit winziger Küche, (also ein Raum mit Waschbecken, der als Küche umfunktioniert wurde) und außerdem nicht für Rollstühle geeignet. Schlussendlich konnten wir uns es aber doch so einrichten, dass es für alle gepasst hat. Der Issyk-Köl war ca. 200 m. entfernt und da das Wetter meistens gut war, konnten wir auch oft zum Baden gehen.

Mir hat die Zeit am Issyk-Köl gut gefallen. Es war schön mit den Bewohnern außerhalb des Sozialdorfes zusammen zu sein und auch mit den drei Kindern, die mitgekommen sind, war es sehr lustig. Leider wurden ein paar von uns krank und manche Bewohner haben die Kühe, den Fernseher oder ähnliches vermisst. Außerdem war es unpraktisch mit den Rollstühlen, weil das Gelände nicht dafür ausgerichtet war und es wurde oft von dem Ort geschwärmt, wo sie die letzten Jahre waren.

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Nach den sechs Tagen ging es wieder ins Sozialdorf. Ob ich es wahrhaben wollte oder nicht, ich hatte von da an nur noch eine gute Woche in Kirgistan. Gleich am nächsten Tag kam Besuch aus Deutschland von Laurens, der den Förderverein mitgegründet hat und einem Freund. Für mich war es sehr spannend dadurch noch mehr über die Hintergründe und auch Vergangenheit des Sozialdorfes zu erfahren und Fragen zu klären, die ich noch hatte.

Leider waren die letzten Tage in Kirgistan nicht wie ich sie mir erhofft hatte, weil ich krank wurde und nicht mehr viel machen konnte. Pia war ebenfalls krank, wie zur Bestätigung, dass wir in dem halben Jahr so viel gemeinsam gemacht haben.

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Beim Überreichen der Geschenke

Am Tag bevor ich geflogen bin, hat jeder Bewohner mir gedankt und ich bekam noch Abschiedsgeschenke. Da ich am Schluss immer noch krank war und ich auch noch nicht richtig realisieren konnte, dass ich nun nach Hause flieg war der Abschied nicht so schlimm wie erwartet. Trotzdem war es traurig allen Tschüss zu sagen und zu wissen, dass ich alle lange nicht sehen werde. Ich hätte nicht gedacht, dass ein halbes Jahr so schnell vorbeigehen kann.

Gerne wäre ich noch länger im Sozialdorf und in Kirgistan geblieben und ich fand es wirklich schade, dass ich jetzt gehen musste. Auch weil noch so viel in der nächsten Zeit anstand: eine Außenwohngruppe ist geplant, wofür gerade ein Haus gekauft wurde, die neuen Freiwilligen sind ein Monat später gekommen etc. Pia ist noch bis Oktober im Sozialdorf und kann mich so auf dem laufenden halten.

Die erste Zeit in Deutschland war ich völlig überfordert, dass alle deutsch sprechen, ich wieder andauernd Termine habe, das Klopapier nicht in den Mülleimer schmeißen muss und alles so teuer ist. Andererseits fand ich es toll meine Familie und Freunde wiederzusehen, das deutsche Essen zu essen, unabhängig durch ein Auto und Fahrrad zu sein und wegen der Sprache viel einfacher kommunizieren zu können.

Auf dem Rückkehrerseminar, das Anfang September statt fand habe ich Laura und Franz, die in Bishkek waren wieder getroffen. Es war schön mit ihnen nochmal über die Zeit zu reden.

Abschließend kann ich sagen, dass ich so froh bin, dieses halbe Jahr in Kirgistan verbracht zu haben und dass ich die Möglichkeit dazu hatte. Ich habe so viel gelernt in dieser Zeit und es war viel interessanter und toller, als ich es mir je im Voraus  vorgestellt habe.

Ich habe fest vor, bald wieder nach Kirgistan zu gehen und freue mich schon sehr darauf!

Vielen Dank für die Interesse an meinem Freiwilligendienst in Kirgistan.

Спасибо, чоң рахмат

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